Schon nach wenigen Tagen Standzeit kann die Autobatterie leer sein, selbst wenn scheinbar alles ausgeschaltet ist.
Ein Auto kann ein paar Tage ruhig draußen stehen, doch eines Morgens dreht der Anlasser den Motor nur noch mühsam durch—oder das Fahrzeug reagiert beim Drehen des Schlüssels überhaupt nicht mehr. Fahrer machen oft eine alte Batterie dafür verantwortlich, selbst wenn sie erst kürzlich ersetzt wurde. Der Grund könnte sein, dass auch ein geparktes Auto weiterhin Strom verbraucht, erklären die Experten von Auto30.
Ein geringer Stromverbrauch nach dem Ausschalten der Zündung ist normal. Alarmanlage, Uhr, schlüsselloses Zugangssystem, elektronische Steuergeräte und weitere Komponenten benötigen etwas Strom. Eine intakte Batterie sollte damit problemlos zurechtkommen.
Probleme entstehen, wenn dieser Stromverbrauch zu hoch wird.
Nach dem Verriegeln eines Fahrzeugs können dessen elektronische Systeme etwas Zeit zum Abschalten benötigen. Ein defekter Sensor, ein fehlerhaftes Türschloss oder ein Softwareproblem kann dazu führen, dass ein einzelnes Steuergerät stundenlang aktiv bleibt.
Die Parküberwachung kann nützlich sein, doch auch eine Dashcam benötigt Strom. Ist sie ohne geeigneten Unterspannungsschutz direkt an das Bordnetz angeschlossen, kann sie die Batterie über mehrere Tage erheblich entladen.
Das Problem betrifft nicht nur die Scheinwerfer. Wegen eines defekten Schalters kann die Kofferraum- oder Innenraumbeleuchtung eingeschaltet bleiben. Der Fahrer verriegelt womöglich das Auto, ohne zu bemerken, dass die Leuchte noch brennt.
Ein nachgerüstetes Infotainmentsystem, eine Alarmanlage, ein GPS-Tracker, ein Ladegerät oder andere eingebaute Geräte können manchmal die Ursache für einen sogenannten parasitären Stromverbrauch sein.
Eine Batterie kann bei täglicher Nutzung des Fahrzeugs noch normal funktionieren, nach mehreren Tagen Standzeit aber nicht mehr ausreichend Ladung halten. Bei kaltem Wetter kann das Problem deutlicher auftreten, weil niedrige Temperaturen die verfügbare Leistung der Batterie verringern, während das Starten eines kalten Motors mehr Energie erfordert.
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Die Batterie hat schlicht nicht genügend Zeit zum Nachladen. Wird ein Fahrzeug hauptsächlich auf kurzen Strecken genutzt, ersetzt die Lichtmaschine möglicherweise nicht vollständig die Energie, die für den Motorstart, das Enteisen der Scheiben, die Sitzheizung, die Beleuchtung und andere Systeme verbraucht wird.
Der Einbau einer neuen Batterie löst das Problem daher nicht immer. Springt ein Fahrzeug nach nur wenigen Tagen Standzeit wiederholt nicht an, sollten Zustand und Ladezustand der Batterie, die Lichtmaschine sowie die Stromaufnahme geprüft werden, nachdem die elektronischen Systeme des Fahrzeugs in den Ruhemodus gewechselt sind.
Eine vollständig geladene, intakte Batterie, die nach zwei oder drei Tagen leer ist, ist ein besonders deutliches Warnsignal. In diesem Fall sollte die Ursache des Stromverbrauchs untersucht werden, statt die Batterie einfach erneut aufzuladen. Andernfalls könnte das Auto seinen Fahrer am nächsten Morgen mit völliger Stille begrüßen.