Ein Mann steuerte den Tesla seiner Ex-Partnerin aus der Ferne, änderte dessen Einstellungen und begrenzte ihre mögliche Fahrgeschwindigkeit.
Ein Mann in Australien wurde in einem Fall häuslicher Gewalt verurteilt, nachdem er die Tesla-App genutzt hatte, um das Auto seiner ehemaligen Partnerin aus der Ferne zu kontrollieren.
Den Gerichtsunterlagen zufolge hörte die Frau zunächst, wie der Alarm ihres Autos in der Nacht mehrmals ausgelöst wurde. Am nächsten Morgen stellte sie keine sichtbaren Schäden fest, bemerkte jedoch, dass die elektronische Anzeige des Fahrzeugs zurückgesetzt worden war und im System ein Profil für die Kindersicherung aufgetaucht war—auf dieses konnte sie nicht zugreifen.
Später stellte sich heraus, dass ihr ehemaliger Partner über die App weiterhin Zugriff auf den Tesla hatte.
Die Polizei erklärte, der Mann habe die Innenraumtemperatur aus der Ferne von extremer Kälte auf extreme Hitze umgestellt, das Fahrzeug verriegelt und bestimmte Zeiten festgelegt, zu denen es genutzt werden konnte.
Bei einigen Gelegenheiten aktivierte er den Valet-Modus, der die Höchstgeschwindigkeit des Tesla auf etwa 40 km/h reduzierte. Nach Angaben der Polizei stellte diese Einschränkung eine erhebliche Gefahr dar, während das Fahrzeug gefahren wurde.
Der Mann soll außerdem mehrfach versucht haben, das Fahrzeug aus der Ferne vom Ladegerät zu trennen.
Bei einem Vorfall folgte er der Frau laut Polizei mit einem Auto und rief ihr zu: “Ich bin in deinem Auto. Ich bin in deinen Karten”.
Wie er Zugriff erhielt
Die Frau kaufte den Tesla, als die beiden noch in einer Beziehung waren. Sie sagte, dass sie Schwierigkeiten hatte, die Technologie des Autos zu verstehen, und ihr Partner deshalb angeboten hatte, ihr zu helfen.
Damit er das Fahrzeug über die Tesla-App verwalten konnte, wurde das Auto so registriert, dass er Zugriff auf dessen Funktionen erhielt. Dieser Zugriff blieb auch nach der Trennung des Paares bestehen.
Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass die Fernsteuerung des Tesla Teil eines umfassenderen Musters von Kontrolle und Stalking war.
Was das Gericht entschied
Der Mann wurde in 30 Fällen im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt schuldig gesprochen. Dazu gehörten Stalking, Körperverletzung, Würgen, Drohungen sowie die Nutzung von Kommunikationsdiensten zur Belästigung der Frau.
Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. Er muss mindestens 15 Monate verbüßen, bevor er möglicherweise für eine vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung infrage kommt.
Der Richter erklärte, dass der Mann über mehrere Jahre verschiedene Methoden eingesetzt habe, um Druck auf seine ehemalige Partnerin auszuüben und sie zu dominieren. Die Kontrolle über ihr Fahrzeug per App sei dabei zu einem weiteren Instrument geworden.