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Volkswagen findet Unterstützung in Indien und plant neue Fahrzeuge mit JSW

Volkswagen und die JSW Group haben eine Vereinbarung über ein indisches Joint Venture zur Entwicklung neuer Fahrzeuge unterzeichnet.

Volkswagen findet Unterstützung in Indien und plant neue Fahrzeuge mit JSW

Volkswagen und die JSW Group haben eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint Ventures in Indien unterzeichnet. Die beiden Unternehmen planen, gemeinsam neue Fahrzeuge für den indischen Markt sowie für Exportmärkte zu entwickeln.

Die Absichtserklärung enthält keine verbindlichen Verpflichtungen. Damit könnten sowohl Volkswagen als auch der diversifizierte Konzern JSW Group letztlich noch von der geplanten Partnerschaft Abstand nehmen. Die Unternehmen erklärten jedoch in einer gemeinsamen Pressemitteilung, dass sie die Verhandlungen fortsetzen wollen. Eine endgültige Vereinbarung könnte bereits Ende 2026 unterzeichnet werden.

Sollten JSW und Volkswagen eine endgültige Einigung erzielen, wird das indische Unternehmen 51 Prozent des neuen Joint Ventures halten, während Volkswagen die verbleibenden 49 Prozent übernimmt. Das Gemeinschaftsunternehmen soll unabhängig von den anderen Geschäftsbereichen der beiden Konzerne arbeiten. JSW unterhält zudem seit Langem eine Partnerschaft mit dem chinesischen Automobilhersteller SAIC. Volkswagen und JSW erklärten, dass das neue Unternehmen auf einer gemeinsamen Kontrolle, klar definierten Verantwortlichkeiten und abgestimmten Mechanismen für die Zusammenarbeit basieren soll.

Im Rahmen der geplanten Partnerschaft wollen die Unternehmen Fahrzeuge mit Benzinmotoren, verschiedenen Hybridantrieben und Elektromotoren entwickeln. Für Volkswagen wäre dies nicht die erste jüngere Partnerschaft mit einem ausländischen Automobilhersteller. Der deutsche Konzern hat bereits Vereinbarungen mit dem chinesischen Unternehmen Xpeng und dem US-amerikanischen Hersteller Rivian getroffen. Audi wiederum hat gemeinsam mit SAIC die neue Marke AUDI gegründet.

In der ersten Phase der Zusammenarbeit wollen sich JSW und Volkswagen auf Fahrzeuge der Marken Volkswagen und Skoda konzentrieren. Die Luxusmarken Audi, Bentley, Lamborghini und Porsche sind nicht Teil der Vereinbarung. Die indische Seite soll jedoch daran interessiert sein, sie in die umfassendere Allianz einzubeziehen.

Nach ersten Informationen könnte das Gesamtinvestitionsvolumen für das künftige Joint Venture rund 1,17 Milliarden Dollar (1,01 Milliarden Euro) erreichen. Das neue Unternehmen soll vier Volkswagen-Werke in Indien nutzen. Diese Fabriken produzieren derzeit fast viermal weniger Fahrzeuge, als ihre gemeinsame geplante Kapazität ermöglichen würde. Volkswagen setzt offenbar darauf, mithilfe von JSW die Produktionsmengen deutlich zu steigern.

Volkswagen hat in den vergangenen drei Jahren nach einem lokalen Partner in Indien gesucht, obwohl der Konzern bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in dem Land aktiv ist. Der Autobauer kommt derzeit nur auf einen Marktanteil von etwa 2 Prozent in Indien. Das verdeutlicht, wie schwierig es für Volkswagen ist, seine Position auf dem dortigen Markt auszubauen. Die geplante Partnerschaft ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Volkswagen auf externe Partner setzt, um seine finanziellen und wettbewerblichen Herausforderungen zu bewältigen.

Allerdings gibt es noch eine mögliche Komplikation. Die indischen Steuerbehörden haben kürzlich eine Forderung von rund 1,4 Milliarden Dollar (1,20 Milliarden Euro) gegen Volkswagen erhoben. Hintergrund sind mutmaßliche Fehler bei der Einstufung und Deklaration importierter Komponenten. Der Streit könnte zu einem weiteren Hindernis für die geplante Vereinbarung mit JSW werden. Vertreter des indischen Konzerns erklärten, dass sie sich nicht in den Streit zwischen Volkswagen und den indischen Steuerbehörden einmischen wollen.


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