Was bedeutet das „E“ auf einem Schaltgetriebe? Selbst erfahrene Autofahrer kann es überraschen
Der „E“-Gang war bei Autos mit Schaltgetriebe einst weit verbreitet.
Jedes Auto mit Schaltgetriebe besitzt einen Schalthebel mit Zahlen und einem „R“ für den Rückwärtsgang. Bei einigen älteren Fahrzeugen findet sich auf dem Schaltschema jedoch auch ein „E“ — eine Kennzeichnung, die selbst erfahrene Autofahrer verwirren kann. Doch was bedeutet der „E“-Gang eigentlich?

Was bedeutet der „E“-Gang?
Das „E“ steht für „Economy“, also für einen wirtschaftlichen Betrieb. Ist der Gang eingelegt, dreht sich die Ausgangswelle des Getriebes schneller als die Eingangswelle. Dadurch kann der Motor bei gleichmäßiger und relativ hoher Geschwindigkeit mit einer niedrigeren Drehzahl laufen.
Das Ergebnis sind ein geringerer Kraftstoffverbrauch und ein leiserer Motorlauf. Das Prinzip ist einfach: Die Motordrehzahl wird reduziert, ohne dass sich die Geschwindigkeit des Fahrzeugs verringert.
Wichtig ist auch, dass es sich beim „E“-Gang weder um einen Fahrmodus noch um eine elektronische Funktion handelt. Es ist ein echter Gang, den der Fahrer manuell einlegt — genau wie jeden anderen Gang eines Schaltgetriebes.

Wann sollte man den „E“-Gang verwenden?
Der „E“-Gang eignete sich am besten für Fahrten auf der Autobahn und längere Strecken auf freien Straßen. Sobald er eingelegt war, sank die Motordrehzahl deutlich. Das machte das Auto leiser und konnte gleichzeitig den Kraftstoffverbrauch verbessern.
Allerdings hatte das System einen entscheidenden Nachteil: Wenn der Fahrer beschleunigen musste, war die Flexibilität deutlich eingeschränkt.
Da der Motor bei der niedrigeren Drehzahl im „E“-Gang weniger Leistung entwickelt, ist für eine schnelle Beschleunigung häufig ein Zurückschalten in einen niedrigeren Gang erforderlich. Mit anderen Worten: Der Gang eignet sich gut zum Halten einer konstanten Geschwindigkeit, ist aber weniger praktisch, wenn unmittelbar mehr Leistung benötigt wird.
Der „E“-Gang war vor allem bei Fahrzeugen aus den 1980er- und 1990er-Jahren sowie aus der Zeit um die Jahrtausendwende zu finden. Besonders häufig wurde er mit älteren Volkswagen-Modellen wie Golf, Passat und Jetta in Verbindung gebracht.

Warum ist der „E“-Gang verschwunden?
Der technische Fortschritt bei Getrieben machte einen separat gekennzeichneten „E“-Gang schließlich weitgehend überflüssig.
Moderne Schaltgetriebe verfügen häufig über sechs Gänge. Der höchste Gang erfüllt im Wesentlichen denselben Zweck: Er senkt die Motordrehzahl bei Autobahnfahrten, ohne dass dafür eine spezielle „Economy“-Kennzeichnung erforderlich wäre.
Auch moderne Motoren sind besser darauf ausgelegt, bei niedrigen Drehzahlen effizient zu arbeiten. Gleichzeitig können Automatikgetriebe — insbesondere Doppelkupplungsgetriebe — den passenden Gang automatisch auswählen und den Motor so in einem effizienten Drehzahlbereich halten.
Der „E“-Gang wurde damit zu einem Relikt aus einer früheren Ära der Schaltgetriebe und ist keine Funktion mehr, die moderne Autohersteller noch benötigen.
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