Warum Sie vor dem Reifenkauf das Herstellungsdatum prüfen sollten
Beim Reifenkauf zählen nicht nur Größe, Profil und Marke: Gummi verändert sich mit zunehmendem Alter, auch ohne sichtbaren Verschleiß.
Beim Reifenkauf achten Autofahrer häufig auf Größe, Profil und Marke. Auch das Herstellungsdatum verdient Beachtung. Gummi verändert sich mit der Zeit, wird härter und weniger elastisch. Das kann sich auf Haftung, Fahrkomfort, Laufruhe und Abrollgeräusche auswirken.
Das Herstellungsdatum ist direkt auf der Reifenflanke als vierstellige Zahl in einem Oval eingeprägt. Die ersten beiden Ziffern geben die Produktionswoche an, die letzten beiden das Jahr. Der Code 2525 bedeutet beispielsweise, dass der Reifen in der 25. Woche des Jahres 2025 hergestellt wurde.
Laut einem Experten beträgt die geschätzte Nutzungsdauer von Autoreifen in der Regel etwa fünf Jahre ab dem Herstellungsdatum. Hochwertigere Reifen können länger halten. Allerdings wird von der Verwendung zehn Jahre alter Reifen abgeraten, selbst wenn sie nur gelagert und nie an einem Fahrzeug montiert wurden.

Es ist nicht nötig, einen Reifensatz mit exakt gleichem Herstellungsdatum zu suchen. Ein Unterschied von wenigen Wochen zwischen den Reifen eines Satzes hat praktisch kaum Auswirkungen auf ihre Eigenschaften. Mehr Aufmerksamkeit verdienen Reifen, die bereits zwei oder drei Jahre alt sind, insbesondere Winterreifen für den Einsatz bei kaltem Wetter.
Auch die Lagerbedingungen spielen eine Rolle. Reifen sollten trocken, bei gleichbleibender Temperatur und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt gelagert werden. Vor dem Kauf sollten Autofahrer nicht nur den Datumscode, sondern auch den allgemeinen Zustand des Gummis prüfen. Selbst ein relativ neuer Reifen kann bei unsachgemäßer Lagerung Schaden nehmen.
Warum Reifen altern, auch wenn sie nicht abgenutzt aussehen
Reifen verlieren nach und nach einen Teil ihrer Leistungsfähigkeit, selbst wenn sie noch brauchbar aussehen. Verschleiß betrifft mehr als nur die Profiltiefe. Er kann auch das Fahrverhalten in Kurven, die Bremsleistung und das Verhalten des Fahrzeugs auf nasser Fahrbahn beeinflussen.

Das Hauptproblem ist die nachlassende Haftung
Abgenutzte Reifen können dazu führen, dass ein Fahrzeug weniger präzise auf Lenkbewegungen reagiert, längere Bremswege benötigt und leichter die Bodenhaftung verliert. Diese Auswirkungen können auf rutschigem Untergrund, bei starker Beschleunigung oder bei einer Notbremsung deutlicher werden. Elektronische Fahrerassistenzsysteme können bis zu einem gewissen Grad eingreifen, den Haftungsverlust der Reifen aber nicht vollständig ausgleichen.
Neue Reifen sind darauf ausgelegt, Wasser wirksam aus der Aufstandsfläche abzuleiten und so die Fahrstabilität zu unterstützen. Mit zunehmendem Profilverschleiß nimmt diese Fähigkeit ab. Bei höheren Geschwindigkeiten kann das Fahrzeug durch Wasser zwischen Reifen und Fahrbahn den Kontakt zur Straße verlieren.
Wenn sich dieses Gefühl bereits beim Durchfahren von Pfützen oder nassen Straßenabschnitten bemerkbar macht, sollten die Reifen umgehend ersetzt werden. Für sicheres Fahren auf nasser Fahrbahn empfehlen Experten eine Restprofiltiefe von mindestens 3 Millimetern.
Ab einem gewissen Punkt können abgenutzte Reifen auch deutlich lauter werden. Mit dem Verschleiß der Profilelemente verändert sich deren Fähigkeit, Schallwellen zu streuen. Autofahrer machen dann möglicherweise den Straßenbelag oder das Fahrwerk verantwortlich, obwohl die Reifen selbst die Ursache der stärkeren Geräusche sind.
Sind Reifen etwa zehn Jahre alt oder wurden sie unter schlechten Bedingungen gelagert, kann die Gummimischung ihre Elastizität verlieren. Die Haftung kann sich dann verschlechtern, obwohl das Profil noch relativ tief ist. Eine geringe Laufleistung bedeutet nicht immer, dass ein Reifen noch sicher ist.
Auch die innere Struktur des Reifens wird mit der Zeit zunehmend belastet. Ein alter oder stark abgenutzter Reifen besitzt möglicherweise nicht mehr die gleiche strukturelle Festigkeit wie ein neuer. Dadurch steigt nach dem Durchfahren von Schlaglöchern das Risiko von Schäden oder Beulen.
Reifen fallen nicht plötzlich aus wie eine Glühbirne. Ihre Sicherheitsreserven nehmen allmählich ab. Zunächst kann sich die Bremsleistung verschlechtern, gefolgt von stärkeren Abrollgeräuschen und geringerer Haftung auf nasser Fahrbahn. Da diese Veränderungen schleichend eintreten, können sich Autofahrer daran gewöhnen, bis eine nasse Straße offenbart, wie viel Leistungsfähigkeit die Reifen verloren haben.
Was das Berg- und Schneeflockensymbol bedeutet
Autofahrer sollten auch auf die Kennzeichnung 3PMSF (Three-Peak Mountain Snowflake – dreigipfliger Berg mit Schneeflocke) auf Winter- und Ganzjahresreifen achten. Das Berg- und Schneeflockensymbol zeigt an, dass ein Reifen standardisierte Prüfungen zur Traktion auf Schnee bestanden hat und die Mindestanforderungen für den Wintereinsatz erfüllt.

Der wesentliche Unterschied zwischen 3PMSF und M+S (Mud and Snow – Matsch und Schnee) liegt in der vorgeschriebenen Prüfung. Die M+S-Kennzeichnung beruht in der Regel auf der Profilgestaltung und den Angaben des Herstellers, während ein Reifen für 3PMSF eine offizielle Prüfung bestehen muss.
Bei dieser Prüfung wird die Traktion beim Beschleunigen auf Schnee gemessen. Bremsleistung, Fahrverhalten oder Eigenschaften auf Eis werden dabei nicht bewertet.
Deshalb sollte das Berg- und Schneeflockensymbol nicht als umfassende Sicherheitsgarantie bei winterlichen Bedingungen verstanden werden. Reifen mit 3PMSF-Zertifizierung sind auf Schnee in der Regel besser als herkömmliche Ganzjahresreifen, können unter schwierigen Bedingungen aber dennoch klassischen Winterreifen unterlegen sein, insbesondere auf Eis oder bei sehr kaltem Wetter.
Die Leistungsfähigkeit hängt außerdem von der Gummimischung, der Profiltiefe, dem Reifendruck und dem Fahrzeuggewicht ab. Auch mit der passenden Kennzeichnung auf der Reifenflanke müssen Autofahrer das Wetter und ihre Fahrbedingungen berücksichtigen, statt sich allein auf das Symbol zu verlassen.
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