Nach heutigen Maßstäben mögen die Ideen veraltet erscheinen, aber Mitte der 1970er Jahre stellten sie wahrhaft fortschrittliches Automobilingenieurwesen dar.
Auf der IAA 1975 zog eines der Autos, das ernsthafte Aufmerksamkeit auf sich zog, der hoch aerodynamische Opel GT2 auf sich. Wie der Name schon sagt, handelte es sich um eine Stilübung, die als potenzieller Nachfolger des legendären Opel GT gedacht war, der von 1968 bis 1973 gebaut wurde und Fans mit seinen „Baby-Corvette“-Designelementen gewann.
Aus moderner Sicht mögen viele der Lösungen des GT2 altmodisch erscheinen. Damals jedoch waren sie wirklich innovativ und erweiterten die Grenzen dessen, was ein kompaktes Sportcoupé sein könnte.
Als Opel den GT2 vorstellte, legte das Unternehmen großen Wert auf Effizienz. In praktischen Begriffen bedeutete dies einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch und geringere Betriebskosten — eine kritische Überlegung nach der Ölkrise von 1973.
Sogar damals erkannte man, dass gute Aerodynamik ein Schlüsselfaktor für die Erreichung dieser Effizienz war, was das keilförmige Profil des Coupés erklärt. Dank seiner glatten Oberflächen erreichte der GT2 einen Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,326. Auch die Räder wurden für die Luftströmung optimiert, wobei die Hinterräder teilweise abgedeckt waren.
Die Leistung kam von einem 1,9-Liter-Vierzylinder-Motor mit obenliegenden Ventilen. Abgesehen von der Mechanik war das auffälligste Merkmal des Konzeptes seine Schiebetüren. Heute sind Schiebetüren bei Vans üblich, aber Mitte der 1970er Jahre – und bei einem Pkw – war die Idee nichts weniger als sensationell. Was es noch beeindruckender machte, war, dass keine externen Schienen oder Gleise sichtbar waren.
Die Türen wurden durch Drücken eines Knopfes unter den Seitenspiegeln geöffnet und dann in den Körper zurückgeschoben, was einen einfachen Ein- und Ausstieg ermöglichte. Der Nachteil war, dass nur ein kleiner Teil der Seitenfenster geöffnet werden konnte.
Der GT2 verfügte außerdem über digitale Anzeigen und sogar einen Bordcomputer, eine bemerkenswerte Technologie für seine Zeit. Leider wurde das Konzept aufgrund hoher Kosten nie in die Produktion übernommen.
Das Management von General Motors entschied, dass ein Corvette in der Produktpalette genug war, und die Pläne für die Produktion des GT2 wurden eingestellt. Infolgedessen blieb Opel zu dieser Zeit nur ein einigermaßen sportliches Modell – der Manta.